Nachhaltigkeit im Alltag: Die kleine Botin im Interview

Daniela Gaigg, bekannt als Familienbloggerin @diekleinebotin und Co-Autorin des Ratgebers „Die Schimpf-Diät“ über Plastik im Alltag und Bewusstseinsbildung bei Kindern:

Wie (er)lebst du Nachhaltigkeit mit deinen Kindern?

Ich versuche keine allzu große „Geschichte“ daraus zu machen, sondern möglichst viel von dem, was ich für nachhaltig erachte, einfach zu tun. Ich fahre mit dem Rad, wenn das Wetter es zulässt und somit ist es auch für die Kinder normal, mit dem Roller oder dem Rad in die Schule und den Kindergarten zu fahren. 

Wenn es um Einkäufe geht, versuchen wir zusammen aus den Angeboten das herauszunehmen, das uns einerseits gut schmeckt, regional und saisonal ist und so gut wie möglich ohne Verpackung auskommt.

Den Hausmüll zu trennen und dabei die unterschiedlichen Materialien und deren Beschaffenheit kennen zu lernen, geht auch Hand in Hand.

Fotocredit: © diekleinebotin

Wie gehst du im Alltag mit Plastik um?

Seit vor einigen Jahren Untersuchungen bekannt wurden, dass wir alle Plastik in uns haben – auch unsere Kinder (!) – ist die Aufmerksamkeit dafür etwas höher geworden. Aber Aufklärung ist der einzige Weg, um dafür wirklich ein Bewusstsein zu schaffen. 

Sichtbar wird es auch, wenn man aufmerksam durch die Regale der Geschäfte geht: Kaum Kleidung, die nicht aus Polyester besteht oder Zahncremes, die mit „Mikrokristallen“ für mehr Reinheit der Zähne werben.

Leider ist Plastik nicht in allen Produkten auf den ersten Blick erkennbar. Man muss sich schon bewusst damit auseinandersetzen. Bis vor kurzem hätte ich beispielsweise nicht vermutet, dass die meisten Babyfeuchttücher erdölbasiertes Plastik enthalten.

Worin siehst du die größte Gefahr im Hinblick auf dieses „Versteckte Plastik“?

Die Gefahr darin sehe ich in der mangelnden Aufklärung und der fehlenden Kennzeichnung. Kryptische Worte wie zum Beispiel: Acrylate Copolymer (AC), Polyamide (PA), Polyethylen (PE) versteht man als Konsument ja meist nicht. Dazu kommt, dass die wenigsten von uns in der Eile des Alltags auf die Idee kommen, die winzig kleinen Inhaltsangaben zu lesen…

Fotocredit: © diekleinebotin

Wie können wir Nachhaltigkeit im Alltag vorleben und an Kinder weitergeben?

Der Gedanke daran, welche Zukunft wir uns für unsere Kinder wünschen und WIE wir die Erde der nächsten und übernächsten Generation gern hinterlassen möchten ist meine Hauptüberlegung. Der vernünftige Umgang mit unseren Ressourcen und die kleinen Schritte im Alltag sind es, die mir am Herzen liegen. Früher habe ich tatsächlich irgendwelche Feuchttücher gekauft und verwendet, denn Kinder sind unterwegs echt mehrmals pro Tag klebrig oder schmutzig. Heute reflektiere ich natürlich mehr und suche nach biologisch abbaubaren Tüchern. Uns Eltern sollte bewusst sein, dass wir nur das weitergeben können, was wir selbst vorleben. #ItsInOurHands

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