
Der Müllfresser von Baltimore
Im Hafen von Baltimore im U.S.-Bundesstaat Maryland sorgt „Mr. Trash Wheel“ für ein abfallfreies Hafenbecken. Der witzig designte Müllsammler nutzt dabei die Strömung.
Mit seinen Schaufelrädern erinnert „Mr. Trash Wheel“ ein wenig an ein altes Dampfschiff. Doch der clevere Müllsammler von Baltimore ist wesentlich umweltfreundlicher als die alten Schaufelraddampfer. Denn er nutzt vor allem die Strömung von Bächen und Flüssen und die Gezeiten, um jährlich hunderte Tonnen Müll einzusammeln. Angetrieben wird er völlig emissionsfrei aus einer Mischung aus Solarenergie und Wasserkraft.
Ein Trichter vor dem Förderband von „Mr. Trash Wheel“ sorgt dafür, dass ihm möglichst wenig des auf der Oberfläche schwimmenden Mülls entgeht. Das Förderband wird von der Strömung und Sonnenenergie angetrieben und bewegt sich sehr langsam, um auch große Teile, etwa Autoreifen, aus dem Wasser zu ziehen. „Mr. Trash Wheel“ reagiert dabei automatisch auf Gezeiten und dreht sich, wenn bei Flut Flüsse stromaufwärts fließen. So entgeht ihm auch dann kein Müll.
Der Müll wird vom Förderband in einen Müllcontainer gekippt, der auf einem eigenen schwimmenden Kahn steht. Sobald er voll ist, wird er abgeschleppt und durch einen neuen Kahn ersetzt. Der gesammelte Müll wird derzeit noch in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt und dient so der Stromerzeugung, soll aber in Zukunft auch recycelt werden.
Das innovative Müllsammel-Schiff ist äußerst gefräßig. Seit seiner Installation vor zwei Jahren hat es bereits 1.232 Tonnen Müll aus dem Hafenbecken „gefuttert“. Darunter waren folgende Müllsorten:
- 676.000 Plastiktaschen
- 11.305.000 Zigarettenstummel
- 1.094.000 Polystyrolbecher
- 954.000 Plastikflaschen
- 4.000 Football-Bälle
- 1 Gitarre
Aufgrund der Sammelerfolge und der extrem geringen laufenden Kosten will die Stadtverwaltung von Baltimore demnächst zwei neue Geräte anschaffen. Und die Craft Beer-Brauerei Peabody Heights hat zur Unterstützung der Aktion auch schon ein eigenes „Mr. Trash Wheel Beer“ auf den Markt gebracht. Bleibt zu hoffen, dass dieses Bier nur aus Mehrwegbechern getrunken wird.








