
Plastik in heimischen und exotischen Gewässern
Der deutsche Schauspieler und Familien-Blogger Kevin Silvergieter von @papapi, berichtet über die Müllproblematik,die nicht nur in exotischen Ländern, sondern auch in heimischen Gegenden stetig zunimmt.
Wir wollten unserem Sohn das Paradies Bali einmal zeigen. Jahre vorher waren wir auf dieser Insel gewesen, ohne Kinder und ganz verliebt in dieses kleine Stückchen Erde.
Doch nur 7 Jahre später ist alles anders. Kein klares Wasser, keine unberührten oder gepflegten und berührten Strände. Alles was wir vorfanden war Müll. Und zwar haufenweise. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn am ersten Tag am Strand mussten wir feststellen, dass der ganze Strand voll mit Müll war, zu Haufen zusammengeschoben. Die Inseleinwohner kamen gar nicht hinterher mit dem Wegräumen. Ein Kampf gegen eine Katastrophe, deren Ursprung nicht mal auf der Insel liegt. Natürlich leben die Inselbewohner, zumindest in Teilen, dank des Tourismus, ein luxuriöseres Leben, doch die Urlauber und der Fortschritt brachten auch den Müll. Müll, der keine Verwertung findet und nicht recycelt werden kann.
Wir dachten, wenn schon der ganz Müll am Strand ist, gehen wir lieber gleich ins Wasser, so entkommen wir sicher dem Müll. Doch damit lagen wir absolut falsch. Der Müll am Strand, kommt zwar in Teilen von den trockenen Flussbecken, in die der Müll geworfen wird und die durch den Regen ins Meer gespült werden, doch er kommt auch von der Hauptinsel Java.
Wir konnten keinen Schritt ins Wasser gehen, ohne irgendeine Form von Plastik zu spüren oder zu sehen.
Das war so niederschmetternd, diese menschlichen Fußabdrücke so deutlich zu sehen und zu spüren. Und es war unser persönlicher Weckruf, radikal etwas in unserem Leben zu verändern. Ab sofort sollten wir viel bewusster Plastik konsumieren und vor allem Schritt für Schritt einsparen.
Und wie das so ist mit dem geschärften Bewusstsein, sah ich zurück in Deutschland ÜBERALL Plastik. Ob an der Autobahnausfahrt, im Bach, der durch unseren Ort führt, oder eben an den heimischen Meeren. Plastik ist also kein exotisches Problem, sondern betrifft auch die Flora und Fauna hier in Deutschland.
Jeder Schritt zählt, jeder noch so kleine. Und wenn es statt herkömmlicher Feuchttücher auf Plastikbasis, eine Alternative auf biologisch abbaubarer Holzbasis ist. Denn 8 % der Plastikverschmutzung in den Meeren stammt aus eben diesen Feuchttüchern.
Es gibt viele Möglichkeiten, ohne auf den „Komfort“ von Einwegprodukten verzichten zu müssen. Sicher, Mehrwegprodukte sind immer besser, einen eigenen Waschlappen und Wasser dabei zu haben das Ideal. Nicht jeder schafft es in allen Bereichen seines Lebens nach diesem Ideal zu streben. Dabei sind der Grund und die Motivation egal. Wichtig ist es, in seinem Rahmen und mit persönlichen Mitteln das zu verändern, was ich nachhaltig schaffen kann. Die einen sind der Typ, die immer an den Waschlappen denken, die anderen schaffen es dafür komplett verpackungsfrei einzukaufen. Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und uns helfen. Jeder Schritt in die richtige Richtung hilft.
Ich finde es ganz wundervoll, dass es kompostierbare Alternativen zu Einwegprodukten gibt. Denn auch ich schaffe es nicht oder noch nichtnin allen Bereichen müllfrei zu leben.
Welch großer Beitrag und Effekt ist es da, dass den Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, der Weg erleichtert wird.
Jede Alternative, die es schafft, das Plastik in den Meeren zu verringern, ist ein wichtiger und richtiger Schritt.
#itsinourhands

